Nintendo DS lite
Einleitung
Nachdem Nintendo bereits den Game Boy Advance in einer SP-Version aufwärmte, brachten sie, ein Jahr nach dem Europa-Launch des ersten Nintendo DS, eine "lite" Version heraus.
Diese Version ist nicht nur kompakter, sondern verfügt über ein verbessertes Display und eine größere Akkulaufzeit.
Lieferumfang
Der Nintendo DS lite wird mit einem Ersatz-Stylus, Handbüchern (auf englisch, deutsch, französisch, niederländisch, spanisch und italienisch), Warnhinweisen, Werbung und einer Einladung zum "Club Nintendo" ausgestatter, verschickt.
Leider wird in Europa keine Halteschlaufe mitgeliefert, welche sich (gerade wenn man in Bus oder U-Bahn spielt und umsteigen muss) als sehr praktisch erweisen würde. Die dafür vorgesehene Halterung existiert trotzdem und so kann man ohne Probleme Halteschlaufen seines mp3-Players (oder der Wiimote) befestigen.
Gehäuse und Verarbeitung
Nintendos neuester Handheld wird in vielen verschiedenen Farben angeboten. Am europäischen Markt sind die Standardfarben schwarz, weiß, silber und pink. Seit neuestem gibt es Modelle in grün, rot und hellblau. Der Preis beträgt jeweils rund 145€, will man jedoch eine der etwas edler wirkenden Versionen aus anderen Regionen, wie die "cobalt blue/black" oder "Crimson Red/Black" aus den USA, muss man sich schon ein wenig genauer umsehen, wo man derartige Importe herbekommt. Der Preis beträgt dann meist 175€ und aufwärts, wobei man darauf achten sollte, einen passenden Konverter für das Ladegerät zu bekommen. Einen DS zu importieren stellt spieletechnisch kein Problem dar.
Nintendo DS Spiele sind nicht regionscodiert, ein japanischer DS spielt europäische Spiele ohne Probleme und vice versa.
Das Gerät ist sehr kompakt, besitzt ein angenehm leichtes Gewicht und macht einen sehr gut verarbeiteten Eindruck. Einzig und alleine die obere Klappe wirkt ein wenig dünn und fragil, als ob man leicht aus Versehen den oberen Teil umknicken könnte. Die spiegelnde Oberfläche an der Außenseite ist glatt poliert und sehr empfindlich gegenüber Fingerabdrücken (vor allem bei dunkleren Modellen), im inneren gibt es eine rauhere Oberfläche, welche nicht spiegelt.
Trotz der guten Verarbeitung hatte ich Zweifel, ob das Gerät den Transport in einer vollen Tasche tagein, tagaus gut überstehen würde, doch glücklicherweise gibt es am Zubehörmarkt entsprechende Gehäuse, mit denen man den DS in ein robustes, aber immer noch kompaktes Monster verwandeln kann. Mehr dazu jedoch später.
An der Vorderseite befindet sich der Lautstärkeschieber (bei Verwendung eines entsprechenden Zusatzgehäuses sind Fingernägel zur Bedienung zu empfehlen), der Kopfhörerausgang (inklusive einer speziellen Buchse für passende Headsets) und der Schacht für Game Boy Advance-Spiele. Der GBA-Slot ist durch einen herausnehmbaren Platzhalter vor Schmutz geschützt und schließt bündig mit dem Gehäuse ab. Legt man ein GBA Spiel ein, so steht dieses ein wenig über das Gehäuse hinaus.
Rechts findet man den Einschaltknopf, welcher jedoch kein wirklicher Knopf, sondern ein weiterer Schieberegler ist und den Stylus, der Eingabestift für den Touchscreen, welcher eben mit dem Gehäuse abschließt.
Auf der Rückseite befinden sich die L- und R-Tasten, der Slot für DS-Spiele und eine Buchse für das Ladegerät.
Klappt man den DS auf, fallen einem als erstes die beiden Bildschirme auf. Das untere Display wird zugleich als Touchpad verwendet, was eine völlig neue Eingabeart im Handheld-Sektor darstellt. PDA-Nutzer werden sich beim DS sofort zuhause fühlen.
Links neben dem Touchscreen findet man das (etwas kleine) Steuerkreuz, rechts die (ebenfalls sehr kompakten) A/B/X/Y-Knöpfe sowie sehr klein geratene Start- und Select-Knöpfe.
Zwischen den beiden Monitoren befindet sich das Mikrophon.
Ergonomie
Die Zeiten, in denen sich beide Hände beim Spielen an einem Handheld berührt haben, sind vorbei. Durch die Breite des DS hält man das Gerät wesentlich offener und lockerer. Nicht jeder Spieler wird seine Freude an der Form haben, da man (vor allem mit größeren Händen) sehr leicht verkrampft, wenn man versucht, den DS wie eine herkömliche portable Konsole zu halten. Spätestens nach den ersten Krämpfen findet man jedoch meist eine angenehme Spieleposition.
Das Steuerkreuz reagiert angenehm weich, verfügt dennoch über gut spürbare Druckpunkte. Die A/B/X/Y-Knöpfe sprechen ähnlich weich, aber deutlich an. Die Start, Select, L- und R-Tasten hingegen haben einen deutlich klickenden Druckpunkt.
Display
Das Display war das erste, was mir am DS lite besonders auffiel. Während zu Game Boy Advance Zeiten die Spielposition vom Umgebungslicht abhängig war, bietet der DS lite vier verschiedene Helligkeitsstufen, die allen Anforderungen genügen sollten. Egal, ob man sich gerade in einem dunklen Raum aufhält, oder sich unsinnigerweise in der größten Mittagshitze unter der prallen Sonne aufhält, das Display wirkt immer gestochen scharf, hell und zeigt brilliante Farben.
Die Akkulaufzeit hängt auch stark von den Displayeinstellungen ab. So holt man 5-8 Stunden auf der höchsten Helligkeitsstufe (viel länger würde man ohnehin nichts mehr sehen, da diese Stufe vermutlich blind macht) aus dem DS lite und bekommt 15-18 Stunden puren Spielspaß auf der niedrigsten Helligkeitsstufe (welche sich für dunkle Räume, jedoch nicht den "urbanen" Einsatz eignet).

Sound
Der Nintendo DS lite verfügt über Stereosound, welcher dank der beiden integrierten Lautsprecher auch ohne Kopfhörer voll zur Geltung kommt. Viele Spiele bieten sogar einen "Surround"-Modus, in dem Surroundsound mit nur zwei Lautsprechern simuliert wird.
Die Qualität selbst ist, für einen Handheld, überraschend gut, jedoch werden hier deutlich die technischen Limitationen der Hardware bemerkbar, wenn sehr stark komprimierter Sound blechern aus den Lautsprechern schallt, was ein wenig den Charme sehr früher Soundausgabe hat - man versteht zwar, was gemeint ist, aber man möchte es nicht die ganze Zeit hören.
Selbst Marios Stimme in diversen Mario-Titeln (oder was davon übrig blieb) kann das nicht komplett retten.
Mehrspieler
Brauchte man zu Zeiten des Game Boy noch Linkkabel und einen Freund, so hat Nintendo nun den Schritt ins neue Jahrtausend geschafft. Mehrere Nintendo DS kommunizieren drahtlos miteinander und einige Spiele bieten mittlerweile sogar Online-Funktionalitäten an. Leider sind nicht immer alle Mehrspieler-Funktionen online spielbar. Für den Onlinezugang wird ein WLAN-Anschluss vorausgesetzt, welcher nicht oder nur mit WEP verschlüsselt geschützt sein darf (was im Endeffekt auf dasselbe hinausläuft). Ein entsprechender USB-Adapter für Personen ohne Zugang zu WLAN kann für rund 35€ nachträglich erworben werden. Mit diesem Adapter kann man mit dem DS (und nur mit dem DS) über einen Rechner mit Internetanschluss online gehen.
Praktisch ist auch, dass viele Spiele eine "Download"-Funktion bieten, mit denen mehrere DS-Besitzer mit nur einem Spielemodul spielen können, leider wird die Funktionalität in diesem Modus meist stark eingeschränkt. So sind oft nicht alle Charaktere oder Modi spielbar.
Spiele
Eine Konsole ohne Spiele ist schlussendlich kein Kaufargument. Glücklicherweise können Nintendo DS Besitzer nicht nur auf ein mittlerweile ansehnliches Repertoire von Spielen für ihren Handeld zurückgreifen, sondern haben auch noch die gesamte Welt der Game Boy Advance Spiele zur Verfügung. Für Personen wie mich, die bisher nicht einmal einen Game Boy Advance besessen haben, ist dies ein zweischneidiges Schwert. Man bekommt so zwar die Möglichkeit, ältere Spiele wieder zu spielen, was einem jedoch nicht viel nützt, wenn man keine Game Boy Advance Spiele hat. Diese sind jedoch meist sehr günstig gebraucht zu erwerben.
Game Boy Color oder sogar Game Boy-Spiele laufen auf dem DS hingegen nicht.
Durch den Touchscreen und das Mikrophon bieten sich völlig neue Wege, Spiele zu steuern, auch wenn es ein wenig eigenartig wirken kann, in der U-Bahn laut in seinen DS zu schreien. Menüs und Dialoge lassen sich angenehm durch Antippen manövrieren, Puzzlespiele sparen sich einen D-Pad Workout und das bewährte "point & click" Prinzip lässt sich wunderbar auf den Handheld übertragen.
Leider versäumen es immer noch Hersteller, die Technologie des DS effektiv zu nutzen und rüsten ihre Spiele mit Touchscreen-Gimmicks auf, die meist nur sehr aufgesetzt wirken und weniger ausgereift scheinen, als so manches Wii-Spiel.
So muss man in manchen Situationen plötzlich ein paar Striche mit dem Stylus machen, bevor man wieder zur Knöpfchensteuerung zurückkehren muss. Das kann teilweise ausarten, dass der Stylus als Ersatz für eine intelligente Knopfbelegung herhalten muss, was, gepaart mit einer schlechten Gestenerkennung des jeweiligen Spiels, in ziemlichen Frust ausarten kann.
Wirklich ausgezeichnete Titel in dem großen Repertoire an Spielen zu finden, ist nicht immer leicht. Kinder und Mädchen dürfen sich über eine breite Auswahl an passenden Spielen suchen, anspruchsvollere Spieler werden jedoch nur mit etwas mehr als einer Handvoll Spielen vorlieb nehmen. Da der DS immer noch eine aktuelle Konsole, trotz seines Alters von mittlerweile knapp vier Jahren und einer revitalisierung vor knapp zwei Jahren, darstellt, werden immer noch Spiele entwickelt und produziert.
Wer nicht nur absolute Top-Knüller spielt, wird in den kommenden Jahren immer noch genug Material haben, damit einem nicht langweilig wird.
Homebrew - oder: mal was anderes
Homebrew ist nichts anderes, als selbstgeschriebene Programme/Spiele auf Konsolen bzw. Handhelds zu nutzen. Selbstgeschrieben heißt in diesem Fall nicht unbedingt, dass man selbst Programme schreiben muss.
Ein allgemein sehr zwiespältiges Thema. Viele Leute sehen in den erhältlichen Flash-Adaptern, welche entfernt vergleichbar sind zu Modchips in Konsolen, jedoch keine Modifikation am Gerät selbst benötigen, nur eine Möglichkeit, um Raubkopien zu erstellen und zu spielen (ersteres ist nicht möglich durch eine bloße Flashkarte) und übersehen völlig den kompletten Markt an homebrew-Software. Vom iPod-Klon über Linux bishin zu Spieleklassikern bieten sich viele Möglichkeiten, den DS zu erweitern und auf lange Zeit Spaß zu haben. Das Beste daran: es kostet, bis auf die Flashkarte, nichts.
Es lässt sich streiten, ob das Nutzen von nicht für die Konsole lizensierten Anwendungen rechtlich einwandfrei ist, oder nicht. Das Downloaden von Originalspielen dürfte sicherlich in die letztere Kategorie fallen.
Empfohlene Zusatzprodukte
Selbst der NDS ist nicht perfekt.
Das zuvor schon erwähnte dünne und fragil wirkende Oberteil hat mich genug eingeschüchtert, um mir ein Schutzgehäuse zu besorgen.
Solche "Crystal Case" oder "Protective Case" Produkte gibt es von verschiedenen Herstellern und lassen sich sehr einfach montieren. Einfach den DS in das Gehäuse drücken, fertig. Aussparungen für die Spieleslots, Stylus, Kopfhörer, Power und Lautstärkeschieber, sowie L- und R-Knöpfe sind vorhanden und großzügig genug, damit man auch wirklich an die benötigten Stellen kommt.
Je nach Verarbeitungsqualität kann es vorkommen, dass der Deckel des DS selbst nicht mehr komplett schließt, was jedoch eher nur ein optisches Manko darstellt.
Der DS wirkt in solch einem Gehäuse wesentlich robuster und ist vor Kratzern und Fingerabdrücken gut geschützt, sogar den ein oder anderen Sturz könnte das Gerät so überleben.
Mit rund 10€ stellt ein solches Gehäuse eine durchaus sinnvolle Investition dar, vor allem, wenn man den DS in einer sehr vollen Tasche transportieren will.
Manchen Leuten mag es ein wenig suspekt vorkommen, mit einem Plastikstift auf einem Flüssigkristalldisplay herzum zu tippen/rubbeln etc. Als Schutz vor Kratzern und Dreck gibt es Schutzfolien von verschiedenen Herstellern, deren Qualität von sehr gut bishin zu purer Geldverschwendung reicht.
Ein wenig Suche im Internet lieferte mir als Empfehlung die Schutzfolien von Hori, welche ein offiziell von Nintendo lizensiertes Produkt darstellen und das Nintendo Qualitätssiegel mehr als nur verdient haben. Während viele Zubehörhersteller ihren Zubehörpacks meist irgendwelche miderwertige Schutzfolien beilegen (und teilweise sehr suspekte Methoden haben, um Luftblasen zu entfernen - von Aufstechen bishin zum verschieben mit einem kratzendem Gegenstand), setzt Hori auf das sanfte verschieben mit dem Finger und gibt als Tipp zum Abziehen der Folie einen Streifen transparenten Klebebandes an.
Die beiden Schutzfolien (je eine für das obere und untere Display) lassen sich leicht aufbringen. Schmutz lässt sich mit einem Streifen transparentem Klebeband von der Schutzfolie entfernen und theoretisch sollte es möglich sein, die so angebrachte Schutzfolie mittels erwähnten Klebebandes wieder zu entfernen. Leider klebt hier im Laden kaufbares transparentes Klebeband nicht genug, um die Folie wieder anheben zu können. Da die Schutzfolie jedoch ausgezeichnet verarbeitet ist und nur minimal kleiner ist als das Display (was jedoch nicht auffällt, wenn die Folie erst einmal "klebt"), gibt es derzeit gar keinen Grund, sie zu entfernen.
Für rund 6€ eine gute Investition, vor allem, wenn man bedenkt, dass ein neuer Touchscreen ein vielfaches dieses Preies kostet.
Spielehüllen. Die Zeiten, als Spielehüllen bei Nintendo Handheld-Spielen dabei waren, sind längst vorbei. Da die DS Spiele das Format einer Kamera-Speicherkarte haben, sind sie auch dementsprechend empfindlich. Passende Schutzhüllen gibt es in verschiedensten Farben, ob einzeln verpackt (als 6er Pack) oder als Kombipack für mehrere DS-Spiele für meist rund 1€ pro Spielehülle.
Fazit
Nintendos Doppelbildschirmkonsole überzeugt durch eine hohe Akkulaufzeit, brilliante Displays, Mehrspielerfunktion und neuartige Eingabekonzepte, schwächelt jedoch teilweise an der Verarbeitung und Fehlern der Spielehersteller, die noch nicht gelernt haben, mit Touchscreen oder Mikrophon vernünftig umzugehen.
Die lange Akkulaufzeit spricht sehr für den Betrieb unterwegs und bei Freunden und die Möglichkeit, Spiele mit nur einem Spielemodul zu spielen sorgt für viel Spielspaß - vorausgesetzt, die Freunde haben auch jeweils einen so "coolen" Nintendo DS lite.
Der Preis mag vielleicht ein wenig abschrecken, wer die Kosten jedoch nicht scheut, bekommt eine solide Spielekonsole mit Onlinefunktionalität, breiter Spielebasis und der Möglichkeit, "selbstgebraute" Software zu genießen.
Bilder










Nachdem Nintendo bereits den Game Boy Advance in einer SP-Version aufwärmte, brachten sie, ein Jahr nach dem Europa-Launch des ersten Nintendo DS, eine "lite" Version heraus.Diese Version ist nicht nur kompakter, sondern verfügt über ein verbessertes Display und eine größere Akkulaufzeit.
Lieferumfang
Der Nintendo DS lite wird mit einem Ersatz-Stylus, Handbüchern (auf englisch, deutsch, französisch, niederländisch, spanisch und italienisch), Warnhinweisen, Werbung und einer Einladung zum "Club Nintendo" ausgestatter, verschickt.
Leider wird in Europa keine Halteschlaufe mitgeliefert, welche sich (gerade wenn man in Bus oder U-Bahn spielt und umsteigen muss) als sehr praktisch erweisen würde. Die dafür vorgesehene Halterung existiert trotzdem und so kann man ohne Probleme Halteschlaufen seines mp3-Players (oder der Wiimote) befestigen.
Gehäuse und Verarbeitung
Nintendos neuester Handheld wird in vielen verschiedenen Farben angeboten. Am europäischen Markt sind die Standardfarben schwarz, weiß, silber und pink. Seit neuestem gibt es Modelle in grün, rot und hellblau. Der Preis beträgt jeweils rund 145€, will man jedoch eine der etwas edler wirkenden Versionen aus anderen Regionen, wie die "cobalt blue/black" oder "Crimson Red/Black" aus den USA, muss man sich schon ein wenig genauer umsehen, wo man derartige Importe herbekommt. Der Preis beträgt dann meist 175€ und aufwärts, wobei man darauf achten sollte, einen passenden Konverter für das Ladegerät zu bekommen. Einen DS zu importieren stellt spieletechnisch kein Problem dar.Nintendo DS Spiele sind nicht regionscodiert, ein japanischer DS spielt europäische Spiele ohne Probleme und vice versa.
Das Gerät ist sehr kompakt, besitzt ein angenehm leichtes Gewicht und macht einen sehr gut verarbeiteten Eindruck. Einzig und alleine die obere Klappe wirkt ein wenig dünn und fragil, als ob man leicht aus Versehen den oberen Teil umknicken könnte. Die spiegelnde Oberfläche an der Außenseite ist glatt poliert und sehr empfindlich gegenüber Fingerabdrücken (vor allem bei dunkleren Modellen), im inneren gibt es eine rauhere Oberfläche, welche nicht spiegelt.Trotz der guten Verarbeitung hatte ich Zweifel, ob das Gerät den Transport in einer vollen Tasche tagein, tagaus gut überstehen würde, doch glücklicherweise gibt es am Zubehörmarkt entsprechende Gehäuse, mit denen man den DS in ein robustes, aber immer noch kompaktes Monster verwandeln kann. Mehr dazu jedoch später.
An der Vorderseite befindet sich der Lautstärkeschieber (bei Verwendung eines entsprechenden Zusatzgehäuses sind Fingernägel zur Bedienung zu empfehlen), der Kopfhörerausgang (inklusive einer speziellen Buchse für passende Headsets) und der Schacht für Game Boy Advance-Spiele. Der GBA-Slot ist durch einen herausnehmbaren Platzhalter vor Schmutz geschützt und schließt bündig mit dem Gehäuse ab. Legt man ein GBA Spiel ein, so steht dieses ein wenig über das Gehäuse hinaus.Rechts findet man den Einschaltknopf, welcher jedoch kein wirklicher Knopf, sondern ein weiterer Schieberegler ist und den Stylus, der Eingabestift für den Touchscreen, welcher eben mit dem Gehäuse abschließt.
Auf der Rückseite befinden sich die L- und R-Tasten, der Slot für DS-Spiele und eine Buchse für das Ladegerät.
Klappt man den DS auf, fallen einem als erstes die beiden Bildschirme auf. Das untere Display wird zugleich als Touchpad verwendet, was eine völlig neue Eingabeart im Handheld-Sektor darstellt. PDA-Nutzer werden sich beim DS sofort zuhause fühlen.Links neben dem Touchscreen findet man das (etwas kleine) Steuerkreuz, rechts die (ebenfalls sehr kompakten) A/B/X/Y-Knöpfe sowie sehr klein geratene Start- und Select-Knöpfe.
Zwischen den beiden Monitoren befindet sich das Mikrophon.
Ergonomie
Die Zeiten, in denen sich beide Hände beim Spielen an einem Handheld berührt haben, sind vorbei. Durch die Breite des DS hält man das Gerät wesentlich offener und lockerer. Nicht jeder Spieler wird seine Freude an der Form haben, da man (vor allem mit größeren Händen) sehr leicht verkrampft, wenn man versucht, den DS wie eine herkömliche portable Konsole zu halten. Spätestens nach den ersten Krämpfen findet man jedoch meist eine angenehme Spieleposition.
Das Steuerkreuz reagiert angenehm weich, verfügt dennoch über gut spürbare Druckpunkte. Die A/B/X/Y-Knöpfe sprechen ähnlich weich, aber deutlich an. Die Start, Select, L- und R-Tasten hingegen haben einen deutlich klickenden Druckpunkt.
Display
Das Display war das erste, was mir am DS lite besonders auffiel. Während zu Game Boy Advance Zeiten die Spielposition vom Umgebungslicht abhängig war, bietet der DS lite vier verschiedene Helligkeitsstufen, die allen Anforderungen genügen sollten. Egal, ob man sich gerade in einem dunklen Raum aufhält, oder sich unsinnigerweise in der größten Mittagshitze unter der prallen Sonne aufhält, das Display wirkt immer gestochen scharf, hell und zeigt brilliante Farben.Die Akkulaufzeit hängt auch stark von den Displayeinstellungen ab. So holt man 5-8 Stunden auf der höchsten Helligkeitsstufe (viel länger würde man ohnehin nichts mehr sehen, da diese Stufe vermutlich blind macht) aus dem DS lite und bekommt 15-18 Stunden puren Spielspaß auf der niedrigsten Helligkeitsstufe (welche sich für dunkle Räume, jedoch nicht den "urbanen" Einsatz eignet).

Sound
Der Nintendo DS lite verfügt über Stereosound, welcher dank der beiden integrierten Lautsprecher auch ohne Kopfhörer voll zur Geltung kommt. Viele Spiele bieten sogar einen "Surround"-Modus, in dem Surroundsound mit nur zwei Lautsprechern simuliert wird.
Die Qualität selbst ist, für einen Handheld, überraschend gut, jedoch werden hier deutlich die technischen Limitationen der Hardware bemerkbar, wenn sehr stark komprimierter Sound blechern aus den Lautsprechern schallt, was ein wenig den Charme sehr früher Soundausgabe hat - man versteht zwar, was gemeint ist, aber man möchte es nicht die ganze Zeit hören.
Selbst Marios Stimme in diversen Mario-Titeln (oder was davon übrig blieb) kann das nicht komplett retten.
Mehrspieler
Brauchte man zu Zeiten des Game Boy noch Linkkabel und einen Freund, so hat Nintendo nun den Schritt ins neue Jahrtausend geschafft. Mehrere Nintendo DS kommunizieren drahtlos miteinander und einige Spiele bieten mittlerweile sogar Online-Funktionalitäten an. Leider sind nicht immer alle Mehrspieler-Funktionen online spielbar. Für den Onlinezugang wird ein WLAN-Anschluss vorausgesetzt, welcher nicht oder nur mit WEP verschlüsselt geschützt sein darf (was im Endeffekt auf dasselbe hinausläuft). Ein entsprechender USB-Adapter für Personen ohne Zugang zu WLAN kann für rund 35€ nachträglich erworben werden. Mit diesem Adapter kann man mit dem DS (und nur mit dem DS) über einen Rechner mit Internetanschluss online gehen.
Praktisch ist auch, dass viele Spiele eine "Download"-Funktion bieten, mit denen mehrere DS-Besitzer mit nur einem Spielemodul spielen können, leider wird die Funktionalität in diesem Modus meist stark eingeschränkt. So sind oft nicht alle Charaktere oder Modi spielbar.
Spiele
Eine Konsole ohne Spiele ist schlussendlich kein Kaufargument. Glücklicherweise können Nintendo DS Besitzer nicht nur auf ein mittlerweile ansehnliches Repertoire von Spielen für ihren Handeld zurückgreifen, sondern haben auch noch die gesamte Welt der Game Boy Advance Spiele zur Verfügung. Für Personen wie mich, die bisher nicht einmal einen Game Boy Advance besessen haben, ist dies ein zweischneidiges Schwert. Man bekommt so zwar die Möglichkeit, ältere Spiele wieder zu spielen, was einem jedoch nicht viel nützt, wenn man keine Game Boy Advance Spiele hat. Diese sind jedoch meist sehr günstig gebraucht zu erwerben.
Game Boy Color oder sogar Game Boy-Spiele laufen auf dem DS hingegen nicht.
Durch den Touchscreen und das Mikrophon bieten sich völlig neue Wege, Spiele zu steuern, auch wenn es ein wenig eigenartig wirken kann, in der U-Bahn laut in seinen DS zu schreien. Menüs und Dialoge lassen sich angenehm durch Antippen manövrieren, Puzzlespiele sparen sich einen D-Pad Workout und das bewährte "point & click" Prinzip lässt sich wunderbar auf den Handheld übertragen.
Leider versäumen es immer noch Hersteller, die Technologie des DS effektiv zu nutzen und rüsten ihre Spiele mit Touchscreen-Gimmicks auf, die meist nur sehr aufgesetzt wirken und weniger ausgereift scheinen, als so manches Wii-Spiel.
So muss man in manchen Situationen plötzlich ein paar Striche mit dem Stylus machen, bevor man wieder zur Knöpfchensteuerung zurückkehren muss. Das kann teilweise ausarten, dass der Stylus als Ersatz für eine intelligente Knopfbelegung herhalten muss, was, gepaart mit einer schlechten Gestenerkennung des jeweiligen Spiels, in ziemlichen Frust ausarten kann.
Wirklich ausgezeichnete Titel in dem großen Repertoire an Spielen zu finden, ist nicht immer leicht. Kinder und Mädchen dürfen sich über eine breite Auswahl an passenden Spielen suchen, anspruchsvollere Spieler werden jedoch nur mit etwas mehr als einer Handvoll Spielen vorlieb nehmen. Da der DS immer noch eine aktuelle Konsole, trotz seines Alters von mittlerweile knapp vier Jahren und einer revitalisierung vor knapp zwei Jahren, darstellt, werden immer noch Spiele entwickelt und produziert.
Wer nicht nur absolute Top-Knüller spielt, wird in den kommenden Jahren immer noch genug Material haben, damit einem nicht langweilig wird.
Homebrew - oder: mal was anderes
Homebrew ist nichts anderes, als selbstgeschriebene Programme/Spiele auf Konsolen bzw. Handhelds zu nutzen. Selbstgeschrieben heißt in diesem Fall nicht unbedingt, dass man selbst Programme schreiben muss.
Ein allgemein sehr zwiespältiges Thema. Viele Leute sehen in den erhältlichen Flash-Adaptern, welche entfernt vergleichbar sind zu Modchips in Konsolen, jedoch keine Modifikation am Gerät selbst benötigen, nur eine Möglichkeit, um Raubkopien zu erstellen und zu spielen (ersteres ist nicht möglich durch eine bloße Flashkarte) und übersehen völlig den kompletten Markt an homebrew-Software. Vom iPod-Klon über Linux bishin zu Spieleklassikern bieten sich viele Möglichkeiten, den DS zu erweitern und auf lange Zeit Spaß zu haben. Das Beste daran: es kostet, bis auf die Flashkarte, nichts.
Es lässt sich streiten, ob das Nutzen von nicht für die Konsole lizensierten Anwendungen rechtlich einwandfrei ist, oder nicht. Das Downloaden von Originalspielen dürfte sicherlich in die letztere Kategorie fallen.
Empfohlene Zusatzprodukte
Selbst der NDS ist nicht perfekt.
Das zuvor schon erwähnte dünne und fragil wirkende Oberteil hat mich genug eingeschüchtert, um mir ein Schutzgehäuse zu besorgen.
Solche "Crystal Case" oder "Protective Case" Produkte gibt es von verschiedenen Herstellern und lassen sich sehr einfach montieren. Einfach den DS in das Gehäuse drücken, fertig. Aussparungen für die Spieleslots, Stylus, Kopfhörer, Power und Lautstärkeschieber, sowie L- und R-Knöpfe sind vorhanden und großzügig genug, damit man auch wirklich an die benötigten Stellen kommt.
Je nach Verarbeitungsqualität kann es vorkommen, dass der Deckel des DS selbst nicht mehr komplett schließt, was jedoch eher nur ein optisches Manko darstellt.
Der DS wirkt in solch einem Gehäuse wesentlich robuster und ist vor Kratzern und Fingerabdrücken gut geschützt, sogar den ein oder anderen Sturz könnte das Gerät so überleben.
Mit rund 10€ stellt ein solches Gehäuse eine durchaus sinnvolle Investition dar, vor allem, wenn man den DS in einer sehr vollen Tasche transportieren will.
Manchen Leuten mag es ein wenig suspekt vorkommen, mit einem Plastikstift auf einem Flüssigkristalldisplay herzum zu tippen/rubbeln etc. Als Schutz vor Kratzern und Dreck gibt es Schutzfolien von verschiedenen Herstellern, deren Qualität von sehr gut bishin zu purer Geldverschwendung reicht.
Ein wenig Suche im Internet lieferte mir als Empfehlung die Schutzfolien von Hori, welche ein offiziell von Nintendo lizensiertes Produkt darstellen und das Nintendo Qualitätssiegel mehr als nur verdient haben. Während viele Zubehörhersteller ihren Zubehörpacks meist irgendwelche miderwertige Schutzfolien beilegen (und teilweise sehr suspekte Methoden haben, um Luftblasen zu entfernen - von Aufstechen bishin zum verschieben mit einem kratzendem Gegenstand), setzt Hori auf das sanfte verschieben mit dem Finger und gibt als Tipp zum Abziehen der Folie einen Streifen transparenten Klebebandes an.
Die beiden Schutzfolien (je eine für das obere und untere Display) lassen sich leicht aufbringen. Schmutz lässt sich mit einem Streifen transparentem Klebeband von der Schutzfolie entfernen und theoretisch sollte es möglich sein, die so angebrachte Schutzfolie mittels erwähnten Klebebandes wieder zu entfernen. Leider klebt hier im Laden kaufbares transparentes Klebeband nicht genug, um die Folie wieder anheben zu können. Da die Schutzfolie jedoch ausgezeichnet verarbeitet ist und nur minimal kleiner ist als das Display (was jedoch nicht auffällt, wenn die Folie erst einmal "klebt"), gibt es derzeit gar keinen Grund, sie zu entfernen.
Für rund 6€ eine gute Investition, vor allem, wenn man bedenkt, dass ein neuer Touchscreen ein vielfaches dieses Preies kostet.
Spielehüllen. Die Zeiten, als Spielehüllen bei Nintendo Handheld-Spielen dabei waren, sind längst vorbei. Da die DS Spiele das Format einer Kamera-Speicherkarte haben, sind sie auch dementsprechend empfindlich. Passende Schutzhüllen gibt es in verschiedensten Farben, ob einzeln verpackt (als 6er Pack) oder als Kombipack für mehrere DS-Spiele für meist rund 1€ pro Spielehülle.
Fazit
Nintendos Doppelbildschirmkonsole überzeugt durch eine hohe Akkulaufzeit, brilliante Displays, Mehrspielerfunktion und neuartige Eingabekonzepte, schwächelt jedoch teilweise an der Verarbeitung und Fehlern der Spielehersteller, die noch nicht gelernt haben, mit Touchscreen oder Mikrophon vernünftig umzugehen.
Die lange Akkulaufzeit spricht sehr für den Betrieb unterwegs und bei Freunden und die Möglichkeit, Spiele mit nur einem Spielemodul zu spielen sorgt für viel Spielspaß - vorausgesetzt, die Freunde haben auch jeweils einen so "coolen" Nintendo DS lite.
Der Preis mag vielleicht ein wenig abschrecken, wer die Kosten jedoch nicht scheut, bekommt eine solide Spielekonsole mit Onlinefunktionalität, breiter Spielebasis und der Möglichkeit, "selbstgebraute" Software zu genießen.
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